Rehabilitation - Vorwurf der PV

Hier das Schreiben der PV an die Selbsthilfe:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Lt. unserem Informationsstand raten Mitglieder der Selbsthilfegruppe demnach Versicherten/Pensionisten dazu, einen privaten Rehabilitationsaufenthalt in einer Vertragseinrichtung der Pensionsversicherungsanstalt  vor Bewilligung der Rehabilitationsmaßnahme  durch die PVA zu reservieren. Die Vertragseinrichtung nimmt diese Reservierung an und hebt eine entsprechende Anzahlung ein.
Nach Einlangen des Betrages wird der Zeitraum von der Einrichtung schriftlich bestätigt.
Sollte die Bewilligung des Heilverfahrens durch die PVA nicht oder nicht für diese Einrichtung möglich sein, besteht offenbar auf Grund der Reservierungs- und Stornobedingungen der Vertragseinrichtung die Möglichkeit, dass der Betrag bei Nichtantritt einbehalten wird.
Bitte beachten Sie:

Die Pensionsversicherungsanstalt bewilligt bei Erfüllung der versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen die Art und die Dauer der Maßnahme sowie die geeignete Einrichtung.
Auf Maßnahmen der med. Rehabilitation besteht grundsätzlich kein Rechtsanspruch.

Achtung: Personen, für die bescheidmäßig festgestellt wurde, dass Invalidität zwar vorliegt, jedoch nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Maßnahmen der Rehabilitation hergestellt werden kann, haben keinen Anspruch auf eine Pensionsleistung.

Vielmehr haben diese Versicherten aber einen Rechtsanspruch auf medizinische Maßnahmen der Rehabilitation (SRÄG 2012,  §253f, §276f, 270b ASVG).

Wir dürfen Sie daher ersuchen, die obgenannte Empfehlung (private Reservierung vor Entscheidung durch die PVA) nicht weiter auszusprechen, um allfällige Nachteile für die Versicherten zu vermeiden.

Selbstverständlich stehen wir für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Vielen Dank!

Mit besten Grüßen



Abteilungsleiter
Michael FOLTINOWSKY

 

Offener Brief an die PV

Mensch hast du es gut! Mit 48 schon in Pension. Kein Stress mehr mit dem Chef, mit den Kunden. Keine Angst um den Arbeitsplatz. Ein monatlich gesichertes Einkommen.

Ich habe mir mein Leben auch anders vorgestellt – war in der aktivsten Phase, als ich mit 43 Jahren die Diagnose Parkinson bekam.

Heute? 17 Jahre später bin ich in bescheidener Weise in der Parkinson Selbsthilfe engagiert.

Und da kommt Ihr Schreiben, dass die Selbsthilfe zu Anzahlungen auf eine private Reha rät, um einen Platz in absehbarer Zeit zu sichern, weil nach der Coronakrise ein massiver Andrang zu erwarten ist.

Sie betonen auch, dass kein Rechtsanspruch auf Rehabilitation besteht. Haben Sie also Ihre Häuser und Rehazentren aus reiner Menschenfreundlichkeit gebaut?

Sie wissen nicht wie das ist, wenn man von heute auf morgen keine Therapien mehr bekommt. Als Parkinson Betroffener ist man nicht nur  in seiner Wohnung eingesperrt sondern vor allem in seinem Körper. Plötzliche OFF-Phasen, freezing, Schwindel, Stürze sind die alltägliche Gefahr, mit der wir leben müssen und wo die Therapien einen wichtigen Beitrag leisten zur Lebensqualität und Eigenständigkeit.

Wir sind in diesen Wochen und Monaten auf uns allein gestellt, allein gelassen. Keine gesicherte Versorgung durch Fachärzte, mühsame Besorgung der Dauermedikamente, Bewegungsmangel, Depression…….und eben ohne Physiotherapie oder Reha.

Die Parkinson Selbsthilfe rät niemandem zu einer Anzahlung für einen privaten Reha-Aufenthalt. Vielmehr frage ich mich, wieso Sie als Betreiber zulassen, dass für Terminvorbestellungen und Einzelzimmerreservierungen in Ihren Häusern Geld genommen werden darf.

Es wird noch eine lange Zeit dauern, bis die Reha so abläuft wie bisher – möglicherweise wird sie auch nie mehr so sein wie früher.

Und das zu Lasten der Betroffenen.

meint Uli Sajko, Präsident Parkinsonline-PON

 


 

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