Kopfbahnhof

 
Gerald Ganglbauer's neues Buch. Kopfbahnhof.  Erschienen im Gangan Verlag.
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Kopfbahnhof

Wenn der Zug in den Kopfbahnhof einfährt dann ist man angekommen. Am Ziel. An einem großen Ziel. Denn nur große Städte haben Kopfbahnhöfe. Bei den kleinen Städten und Dörfern fahren die Züge ja durch. Aber hier in der Großstadt, im pulsierenden Leben, da halten die Züge im Zentrum.

Im Zentrum der Ideen, der Kunst, der Illusionen und der Wirtschaft.

Es ist also gut angekommen zu sein.

Der Zug macht nun Pause, der Zugführer auch. Du jedoch musst dich entscheiden.

Geht es zurück den selben Weg – ganz oder nur ein Stück? Ist der Halt als Daueraufenthalt geplant oder nur Zwischenstop?

Willst du umsteigen? In den nächsten Zug, einen noch schnelleren, in die nächste Richtung, dem nächsten Ziel entgegen?

Die wahren Abenteuer sind im Kopf also rede dich nicht auf den Parkinson aus. Vielleicht steht dein Gedankenzug gerade im Kopf-Bahnhof, muss verschnaufen, abschalten, den Bügel vom Strom nehmen.

Ein Ziel erreicht zu haben heißt nicht am Ende zu sein. Bedenke, du bist nur Fahrgast im Zug deiner Wahl, nicht Kapitän. Auch wenn du es gerne wärst. Die Schienen laufen durchs Land schnurgerade und lassen den Zug mit über 200 km/h dahin sausen.  Es gibt aber auch Passagen, da benötigt es eine zweite Lok und es geht mühsam und kurvenreich erst hinauf und dann hinab. Du kannst bei jeder Station aussteigen, die Richtung ändern aber irgendwann wirst du wieder an einem Kopfbahnhof stehen.

Du kannst es dir leicht machen und dem Parkinson die Schuld geben dafür, dass es dir mit zunehmendem Alter schwerer fällt, zu reisen, neue Ziele zu entdecken und die Kraft diese zu erreichen immer weniger wird. Du kannst aber auch deine Ziele danach ausrichten, was dir Freude macht und was bewältigbar ist.

Und du kannst Freunde mitnehmen. Und gerade dann wird dein Kopf nicht mehr STOP anzeigen und der Bahnhofsvorstand mit der roten Signaltafel winken sondern wird dir das Umsteigen leicht. Auf einen Bummelzug, der dir Zeit gibt, das Land und seine Menschen kennen zu lernen.

Und ja! Das macht der Parkinson!

 

ULi


 

 

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